Der Grenzgang 
Der Brauch, die Grenzen der Gemarkung Goßfelden in regelmäßigen Abständen zu begehen, ist seit mehr als 500 Jahren überliefert. Für Goßfelden war der Grenzbegang nicht nur Brauch, sondern auch Teil jener alten Rechtsgebräuche, die sich in Folge oft verworrener Besitz- und Grenzverhältnisse ergaben.
Um dem entgegenzuwirken, war es notwendig daß jeder Einwohner Goßfeldens den Grenzverlauf kannte. Schon die Kinder mußten bei den Grenzbegängen mitlaufen. Damit sie sich besonders wichtige Punkte auch wirklich gut einprägten, gab man ihnen an dieser Stelle eine heftige Ohrfeige. Ob es geholfen hat, ist leider nicht überliefert.
Aus Gerichtsprotokollen ist weiter bekannt, daß es damals nicht nur streng zuging, sondern nach dem Grenzbegang auch feste gefeiert wurde. 
Mit den Jahren wurden die Grenzstreitigkeiten immer weniger, so daß der Grenzbegang als solches langsam einschlief. Erst 1889 wurde der alte Brauch noch einmal zum Leben erweckt. Danach ruhte der Brauch wieder bis zum 15. Juli 1927 an dem erstmals wieder ein ordentlicher Grenzbegang stattfand jedoch auch diesmal nicht für lange, denn der zweite Weltkrieg sorgte wiederum für eine Unterbrechung.
Bis im Jahre 1953 der Grenzbegang anläßlich der 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Goßfelden wieder aufgegriffen wurde. Seitdem findet der Grenzbegang alle sieben Jahre statt. 1974 war das letzte Fest unter der Leitung der Gemeinde Goßfelden. 1976 wurde der „Grenzgangverein Goßfelden“, mit mittlerweile über 300 Mitgliedern gegründet, um das Fest und Brauchtum zu bewahren.
Das nächste Grenzgangfest findet wieder im Jahr 2016 statt.
Verwendete Literatur:
- Festschrift zum Grenzgangfest 1988 in Goßfelden